Deutsche Einheit verbindet: Schönwalde-Glien feiert mit Freunden und Partnergemeinden


In der Aula der Grundschule „Menschenskinder“ in Schönwalde-Siedlung kamen zahlreiche Gäste aus der Gemeinde, aus Politik und Verwaltung sowie Freunde und Vertreter der Partnerkommunen zusammen.

Für Schönwalde-Glien als ehemalige Grenzgemeinde zu West-Berlin ist der 3. Oktober eng mit der eigenen Geschichte verbunden. Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 veränderte auch hier das Leben grundlegend. Aus einer Gemeinde an der Grenze wurde ein Ort, von dem heute zahlreiche Freundschaften und kommunale Partnerschaften über frühere Grenzen hinweg reichen.

Bürgermeister Bodo Oehme erinnerte in seiner Festrede an die Menschen, die 1989 mit ihrem Mut und ihrem friedlichen Protest den Weg für den Fall der Mauer und die Deutsche Einheit bereiteten. Er verband diesen Rückblick mit einem sehr persönlichen Blick auf die vergangenen Jahrzehnte.

„Ohne den Mut und die Selbstlosigkeit der Menschen, die damals auf die Straße gingen oder in den Kirchen Kerzen anzündeten, wäre unsere Geschichte anders verlaufen. Ich hätte viele wertvolle Menschen und Freunde, die heute hier bei uns sind, vermutlich nie kennengelernt. Die Deutsche Einheit hat uns nicht nur Freiheit gebracht, sondern auch Begegnungen und Freundschaften ermöglicht, für die ich persönlich sehr dankbar bin“, sagte Oehme.

Zu diesen Freundschaften gehören die engen Verbindungen zu den Partnerkommunen. Aus Muggensturm war Bürgermeister Johannes Kopp mit einer Delegation nach Schönwalde-Glien gekommen. Die Gemeinde Wandlitz wurde durch Bürgermeister Oliver Borchert vertreten, gemeinsam mit Gabriele Bohnebuck, Ortsvorsteherin von Schönwalde/Barnim. Auch Bürgermeister Finn Petersen aus Süderschmedeby nahm an dem Festakt teil.

Gerade diese Begegnungen zeigten, welche Verbindungen seit der Wiedervereinigung entstanden seien, sagte Oehme. Aus ersten Kontakten seien über die Jahre Freundschaften zwischen Kommunen, Vereinen, Feuerwehren und vielen Bürgerinnen und Bürgern gewachsen. Gemeinsame Besuche, Feste, Radtouren und Begegnungen der Jugendfeuerwehren hätten die Partnerschaften mit Leben gefüllt.

Auch musikalisch wurde dieser Gedanke sichtbar und hörbar. Der AGV Harmonie aus Muggensturm und der Gemischte Chor 1984 e. V. aus Schönwalde-Glien gestalteten den Festakt gemeinsam und sorgten damit für einen besonderen musikalischen Rahmen.

In seiner Rede schlug Bürgermeister Oehme zugleich den Bogen zurück in den Herbst 1989. Er erinnerte an die Demonstrationen in der DDR, an die Ausreisebewegung über Prag und Ungarn und an jene Menschen, die trotz persönlicher Risiken öffentlich für Veränderungen eintraten. Der friedliche Protest habe schließlich den Weg zum 9. November 1989 und zur Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 geebnet.

Dabei richtete Oehme den Blick auch auf die jüngere Generation. Die Erinnerung an die deutsche Teilung, die Friedliche Revolution und den Wert von Freiheit und Demokratie müsse weitergegeben werden. Geschichte dürfe nicht zu etwas werden, das nur noch in Büchern nachzulesen sei.

Für Schönwalde-Glien zeigt sich die Bedeutung der Deutschen Einheit dabei auch ganz konkret in den Beziehungen, die seitdem entstanden sind. Partnerschaften und persönliche Freundschaften über frühere Grenzen hinweg seien ein Teil dessen, was aus den historischen Ereignissen von 1989 und 1990 gewachsen ist.

Der Festakt endete deshalb nicht nur mit dem Blick zurück. Er war zugleich ein Bekenntnis dazu, die entstandenen Verbindungen weiterzuführen und die Erinnerung an die Friedliche Revolution lebendig zu halten.

„Dieser Tag ist ein Geschenk, für das wir dankbar sein dürfen. Aber er erinnert uns auch daran, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind. Wir müssen den Gedanken der Deutschen Einheit weitertragen und dafür sorgen, dass auch kommende Generationen wissen, was die Menschen 1989 erreicht haben“, so Bürgermeister Bodo Oehme.